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Kernfrage

KI-aufbereitet · Von Autoren geprüft

Wie beeinflussen das Senden und Empfangen von E-Mails den Stress und die Produktivität von Mitarbeitern?

Email stress: Towards a new understanding of its causes and impacts
Jean-François Stich · Systèmes d'Information et Management (SIM) · 2025
Illustration zu: Wie beeinflussen das Senden und Empfangen von E-Mails den Stress und die Produktivität von Mitarbeitern?

Zentrale Ergebnisse

  • Die Studie schlägt das transaktionale Modell des E-Mail-Stresses (TMES) vor und stellt fest, dass E-Mail-Stress ein dynamischer Prozess ist, der durch Sender- und Empfängerrollen geprägt wird.
  • Das Versenden von E-Mails löst im Allgemeinen Eustress aus und bietet den Sendern ein Gefühl von Kontrolle, Aufgabendelegierung und Produktivität.
  • Der Empfang von E-Mails erzeugt in erster Linie Distress durch das eingehende Volumen, ständige Unterbrechungen und emotionale Zweideutigkeit in Nachrichten.
  • Gezielte E-Mail-Schulungen und explizite organisatorische Kommunikationsnormen können Distress lindern und gleichzeitig Produktivitätsvorteile erhalten.

Bedeutung für die Praxis

CIO / IT-Leitung

On Monday morning, initiate a discussion with your direct reports and heads of departments to explore piloting a specific email management training program for all employees, focusing on techniques that address both sender eustress and receiver distress, as outlined by the TMES model.

IT-Management

On Monday morning, review the current email client settings and identify opportunities to implement or enhance features that automatically categorize or filter incoming emails based on sender or keywords, thereby reducing receiver distress for your team.

Unternehmensstrategie

On Monday morning, draft a proposal for a new organizational communication norm that encourages concise and action-oriented email content from senders, aiming to maximize sender eustress by clearly delegating tasks and minimizing receiver distress caused by ambiguity.

Forschung

On Monday morning, begin drafting a research proposal to empirically test the TMES model by designing a study that measures sender eustress and receiver distress across different organizational contexts and email usage patterns.

Politische Entscheidungsträger

On Monday morning, schedule a meeting with key stakeholders to discuss the development of an organizational policy that mandates specific email etiquette training, emphasizing balanced sender and receiver perspectives as informed by the TMES framework.

Zusammenfassung

Diese konzeptionelle Studie analysiert, wie die E-Mail-Nutzung widersprüchliche Wahrnehmungen von Bedrohung (Distress) und Chance (Eustress) hervorruft. Sie gliedert die bestehende Literatur in ein transaktionales Modell des E-Mail-Stresses (TMES), das zwischen den Erfahrungen von Nachrichtensendern und -empfängern unterscheidet.

Problemstellung

E-Mail-Nutzer leiden unter Ambivalenz und fühlen sich hin- und hergerissen zwischen Produktivitätsgewinnen und schwerer Überlastung oder ständigen Unterbrechungen. Die bestehende Forschung konzentriert sich überwiegend auf den Distress, der durch den Empfang von E-Mails verursacht wird, und übersieht dabei die spezifische Dynamik und den Eustress, die mit dem Versenden von E-Mails verbunden sind.

Transkript
Host: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von A.I.S. Insights — powered by Living Knowledge. Ich bin Anna Ivy Summers. Heute sprechen wir über ein Thema, das nahezu jeden im modernen Arbeitsleben betrifft: E-Mails. Genauer gesagt schauen wir uns eine faszinierende Studie mit dem Titel „E-Mail-Stress: Wege zu einem neuen Verständnis seiner Ursachen und Auswirkungen“ an. Bei mir im Studio ist unser Analyst Alex Ian Sutherland. Hallo Alex!
Expert: Hallo Anna. Ich freue mich, heute hier zu sein.
Host: Alex, E-Mails sind aus unserem Arbeitsalltag nicht wegzudenken, aber sie verursachen bei vielen Menschen enorme Überforderung. Worum geht es in dieser Studie genau?
Expert: Die Studie analysiert, wie die tägliche E-Mail-Nutzung zwei völlig gegensätzliche Wahrnehmungen in uns auslösen kann: einerseits negativen Stress, auch Distress genannt, und andererseits positiven Stress, den sogenannten Eustress. Bisher hat man meist nur die Überlastung betrachtet. Diese Studie zeigt jedoch, wie E-Mails gleichzeitig als Bedrohung und als Chance wahrgenommen werden.
Host: Das klingt nach einem echten Widerspruch. Wir alle kennen das Gefühl, zwischen Produktivität und absoluter Überlastung hin- und hergerissen zu sein. Welches konkrete Problem spricht die Studie hier an?
Expert: Genau diese Ambivalenz ist das Kernproblem. Beschäftigte fühlen sich ständig zwischen den Produktivitätsgewinnen durch E-Mails und schwerer Überlastung oder dauernden Unterbrechungen hin- und hergerissen. Bisherige Forschungen haben sich fast ausschließlich auf den Distress konzentriert, der entsteht, wenn wir E-Mails empfangen. Was dabei völlig übersehen wurde, ist die spezifische Dynamik und der Eustress, die mit dem Versenden von E-Mails verbunden sind.
Host: Und wie geht die Studie methodisch vor, um diese Dynamik besser zu verstehen?
Expert: Die Autoren schlagen ein neues Modell vor: das Transaktionale Modell des E-Mail-Stresses, kurz TMES. Der Ansatz erklärt E-Mail-Stress als einen dynamischen Bewertungsprozess. Anstatt E-Mails pauschal als Stressor zu betrachten, unterscheidet das Modell strikt zwischen den Rollen des Senders und des Empfängers und wie diese Rollen die Stresswahrnehmung beeinflussen.
Host: Das ist ein interessanter Perspektivenwechsel. Lass uns über die wichtigsten Ergebnisse sprechen. Was passiert denn auf der Seite des Senders?
Expert: Beim Versenden von E-Mails entsteht in der Regel Eustress, also positiver Stress. Wenn du eine E-Mail abschickst, gibt dir das ein Gefühl von Kontrolle und Handlungsfähigkeit. Du delegierst Aufgaben, schiebst To-dos von deinem Schreibtisch und fühlst dich in diesem Moment extrem produktiv.
Host: Aber was für den Sender eine Erleichterung ist, sieht für den Empfänger wahrscheinlich ganz anders aus, oder?
Expert: Ganz genau. Beim Empfang von E-Mails überwiegt eindeutig der Distress. Das hohe Volumen an eingehenden Nachrichten, die ständigen Unterbrechungen der eigentlichen Arbeit und oft auch die emotionale Zweideutigkeit im Text erzeugen negativen Stress. Was dem Sender also ein Gefühl von Erledigung verschafft, erzeugt beim Empfänger oft Überforderung.
Host: Ein Teufelskreis! Mein eigener Produktivitätsgewinn beim Versenden erzeugt den Stress meines Kollegen beim Empfangen. Was bedeutet das nun konkret für Unternehmen und Führungskräfte?
Expert: Das ist die entscheidende Erkenntnis für die Praxis. E-Mail-Stress ist kein reines persönliches Zeitmanagement-Problem des Einzelnen, sondern ein organisatorisches Thema. Unternehmen müssen klare Rahmenbedingungen schaffen. Zum einen braucht es explizite organisatorische Kommunikationsnormen. Es muss klar sein, wann eine E-Mail das richtige Medium ist, wie schnell geantwortet werden muss und wann Feierabend ist.
Host: Und welche Rolle spielen Schulungen in diesem Kontext?
Expert: Eine sehr große. Gezielte E-Mail-Schulungen sollten sich nicht nur auf die Technik konzentrieren, sondern darauf, wie man E-Mails klar und ohne emotionale Zweideutigkeit formuliert. Wenn Mitarbeiter lernen, präziser zu kommunizieren, lässt sich der Distress auf der Empfängerseite drastisch reduzieren, ohne dass die Produktivitätsvorteile und der Eustress auf der Senderseite verloren gehen.
Host: Das zeigt wirklich deutlich, dass wir E-Mail-Kultur aktiv gestalten müssen, anstatt sie einfach geschehen zu lassen. Zusammenfassend lässt sich sagen: E-Mail-Stress ist dynamisch, und der Schlüssel liegt im Ausbalancieren der Sender- und Empfängerrollen durch klare Regeln und Schulungen.
Expert: Exakt, Anna. Wer die Rolle des Senders und des Empfängers versteht, kann die Produktivität steigern und gleichzeitig die digitale Belastung im Team senken.
Host: Vielen Dank für diese wertvollen Einblicke, Alex. Und ein herzliches Dankeschön an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Das war A.I.S. Insights — powered by Living Knowledge. Bis zum nächsten Mal!
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